CD Singing Klesmer - Nigunim

CD Singing Klesmer - Nigunim
Art.-Nr.: 4412

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12 chassidische Tanzweisen
mit Tanzbeschreibungen von Batia Strauss und Manuela Widmer

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Detailinformationen

Hörbeispiele

  • A Tänzel
  • A lidel
  • Masiach
  • Chawe
  • Hora
  • Boruch habe
CD Singing Klesmer - Nigunim

12 chassidische Tanzweisen

mit Tanzbeschreibungen von Batia Strauss und Manuela Widmer im booklet

 

Singing Klesmer

· Schabbes

· A Tänzel (Ein Tänzchen)

· Scherale (Schere)

· Freilach (fröhlich)

· Dos Harz (das Herz)

· Boruch habe (Willkommen)

· Beim Rebbem (beim Rabbi)

· Hora (Tanz mit dem typ. Hora-Schritt)

· Maschiach (Messias)

· Chassene (Hochzeit)

· Chawe (Eva)

· A Lidel (ein Liedchen)

 

Ausführende: Grazer Klarinetten-Quartett und drei Gesangs-Quartette

Arrangements: Wilhelm Keller Leitung: Karlheinz Donauer

 

Die TANZBESCHREIBUNGEN von Batia Strauss und Manuela Widmer finden Sie im Booklet.

 

Dazu: Noten für 4 gemischte Stimmen und Instrumente und Noten für 2 gleiche Stimmen (Junior).

 

Das hebräische Wort „Nigun“ (auch „Niggun“ geschrieben), Mehrzahl Nigunim, bedeutet „Lied“ oder „Weise“, wird heute aber vornehmlich für die besondere Form textloser, tänzerischer Gesänge der ostjüdischen „Chassidim“ gebraucht. Der Chassidismus war eine um 1750 in Südrussland entstandene jüdische Volksbewegung gegen allzu gelehrsame Gebetsformeln. Ein Nigun sollte sechs Phasen der Meditation durchlaufen und in ekstatischen Tänzen enden. „Das nur Erahnte, nicht in Worten Fassbare legt der Chassid in die textlos gesungene Melodie; er singt sie nicht in Vokalisen, sondern in rhythmisch gliedernden Silben und gefühlsbetonten Ausrufen.“ (Hanoch Avenary in „Musik in Geschichte und Gegenwart“, Artikel „Jüdische Musik“) Dieser frühe, religiöse „Dadaismus“ öffnet sich mit seiner internationalen Ausdruckssprache auch Anders- und Nichtgläubigen, wenn diese die vitale Freude, welche uns sowohl aus der Musik als auch aus ihrer Interpretation entgegenklingt, mit- und nachempfinden können; denn eine Trennung geistlicher von weltlicher Freude gibt es bei den Nigunim ebenso wenig wie etwa bei den Negro-Spirituals, deren elementare Naivität auch längst konfessionelle, nationale oder rassische Schranken durchbrochen haben. Die undogmatische, weil auf Sprachlogik verzichtende Hymnik der Nigunim verträgt und rechtfertigt daher auch Formen der Abwandlung und instrumentalen Einkleidung der überlieferten Weisen mit ihrer charakteristischen Motivik und Form aus Elementen slawischer und orientalischer Folklore: Moll mit „übermäßigen Sekundintervallen“, kirchentonalen Wendungen und einer immer hoch gespannten, synkopischen Rhythmik und Metrik.

 

Die Nigunim werden ebenso gern gesungen wie instrumental musiziert. Ursprünglich – und auch heute noch bei religiösen Festen, Hochzeiten und anderen Anlässen im Kreis strenggläubiger Juden – nur von Männern gesungen, gespielt und getanzt, können wir sie heute auch außerhalb ihrer traditionellen Bedingungen und ohne die Absicht, alte Bräuche zu rekonstruieren, in gemischter Gesellschaft singen, musizieren und tanzen, weshalb unsere Sätze auch Frauenstimmen mit einbeziehen. Das Männersolo im Mittelteil mag an die ursprüngliche, folkloristische Singweise erinnern, die Klarinettenfamilie im jeweils ersten Teil an das heute noch besonders beliebte Blasinstrument zur Tanzbegleitung der Nigunim. Natürlich durfte auch das Schlagzeug nicht fehlen, meist improvisatorisch eingesetzt. Eine Blockflöten-Oberstimme gesellt sich dazu.

 

Batia Strauss (Tel-Aviv), die auch bei der Auswahl der Melodien für diese Reihe entscheidend mitwirkte, hat nach tänzerischer Erprobung einiger Nigunim bei der Fidula-Tagung 1982 in St. Arbogast Tanzbeschreibungen verfasst, die (überarbeitet von Manuela Widmer 2005) dieser CD beiliegen.

Wir danken auch einem Kenner chassidischer Singpraxis, Chajim Giladi aus Tel-Aviv, der uns durch Vorsingen einiger Nigunim wertvolle Anregungen für die Bearbeitung und Ausführung gab. So hoffen wir, dass diese Weisen in der hier übermittelten Form genug musikalischen und tänzerischen Zündstoff enthalten, um auch heutige Menschen im Sinne chassidischer Lebensfreude zu begeistern. Wilhelm Keller (+ 2008)

 

Hinweis: Singing Klezmer ist die englische Schreibweise. Die Aussprache ist dieselbe wie im Deutschen: Klesmer.

 

Swinging Klesmer, Swinging Klezmer

Zusatzinformation

Interpret Grazer Klarinetten-Quartett
ISBN 13 978-3-87226-412-1
Lieferzeit 2-3 Tage
Autor Wilhelm Keller, Manuela Widmer

Kundenmeinungen

Kundenmeinungen 1 item(s)

"ausdrucksstark" Folkmagazin , am 12.09.2008
Der Salzburger Wilhelm Keller und der Grazer Karlheinz Donauer haben mit Freunden und dem Grazer Klarinetten-Quintett eine schöne Klezmer-Tanz-CD mit Tanz- und Sing-Anleitungen heraus gebracht. Für den Einstieg sind die 2-stimmigen Noten gut geeignet.
Die Tanzbeschreibungen sind von Batia Strauss, Tel Aviv, verfasst, überarbeitet von Manuela Widmer. ‚Chassidismus‘ ist eine um 1750 in Südrussland entstandene jüdische Volksbewegung gegen allzu gelehrsame Gebetsformeln und festgelegte Worte. Die Tänze sind Kreistänze oder Paartänze. Ein Nigun sollte sechs Phasen der Meditation durchlaufen und in ekstatischen Tänzen enden. Der Gesang und Musik sind gut gelungen und ausdrucksstark.
(Rezension in Heft 4 – September 2008)

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