Charivari (Musizieren mit Alltagsgegenständen)

Charivari (Musizieren mit Alltagsgegenständen)
Art.-Nr.: 339

Verfügbarkeit: sofort

Trommeln aus der Provinz

Schlagzeug spielen - das heißt, Zeug zu schlagen.
Die Dinge des alltäglichen Gebrauchs werden zum Spiel-Zeug.

Charivari – ein grundlegendes Werk für alle, die in
die Welt des SCHLAG-ZEUGS eintauchen wollen.
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Detailinformationen

Charivari (Musizieren mit Alltagsgegenständen)

Trommeln aus der Provinz

 

Buch, 224 Seiten

 

Schlagzeug spielen - das heißt im wörtlichen Sinne, irgendwelches Zeug zu schlagen. Die Dinge des alltäglichen Gebrauchs werden zum Spiel-Zeug, Tonnen, Eimer, Kisten, Besenstiele, Möbel, Becher, Papiertüten und vieles mehr zu Perkussionsinstrumenten. Der Trend zum Rhythmus-Event der letzten Jahre - wie etwa das Rhythmical Stomp - hat seine Wurzeln in einem alten Lärmmythos: dem Charivari. Es ist eine Spottmusik, ein Heidenlärm, ein Lärmritual, das in verschiedenen Formen im provinziellen Raum stattfindet und durch die Einfachheit der verwendeten Instrumente sowie seine archaischen musikalischen Strukturen geprägt ist.

 

In der exemplarischen Betrachtung dieser Lärmtradition und seiner Aspekte werden Möglichkeiten eines spielerischen Umgangs und der eigenen Gestaltungen aufgezeigt. Aus der Folklore des Alltags entwickeln sich die Rhythmen zum elementaren Handwerk in der Liedbegleitung. Differenzierte Perkussionstechniken für trommelartige Objekte (Tonnen, Eimer, Kisten u.a.) sowie verschiedene Spielstücke und Etüden geben Anregungen für das eigene Rhythmus-Ereignis. Der Autor bietet zahlreiche Ideen für den Unterricht an allen Schularten und für alle Altersstufen.

 

INHALT

Teil A Charivari – Der Lärmmythos

 Was ist Charivari?

 Heidenlärm

 Lärmumzüge des Jahreskreises

 Vom Mythos zum Event

 Der Zürcher Schulsilvester

 Unorganisierte Lärmorgien?

 Der Schlagzeuger als Typus

 Lautsphären

 Organisierter Lärm

Teil B Folklore des Alltags

 Idiophone

 Das elementare Rhythmuslexikon

 Organprojektionen von Hand und Fuß

 Schrammelmusik

 Kneipenmusik

 Tischrhythmen

 Werkstattrhythmus

Teil C Vom lärmenden Protest zur krachenden Kunst

 Elementare Perkussionstechnik und Komposition

 Dum Tak – Vom Küferstreich zum Rock-Groove

 Schepperdepperklepper – für das Kind in uns

 Der „klassische Ikea-(Blech-)Eimer“ als Trommel

 Weitere Perkussionstechniken für Tonnen

 Kisten und Schubladen (Das Cajon-Prinzip)

 Latinperkussion für arme Leute

 Straßen-Trommelei

 Kammermusik

 Stammestrommeln

Teil D Von Tuten und Blasen eine Ahnung

 Toninstrumente des Alltags

 Die Stimme

 Tschättermusig

 

Charivari – ein grundlegendes Werk für alle, die in die Welt des SCHLAG-ZEUGS eintauchen wollen, mit vielen Abbildungen, Notenbeispielen, Anekdoten und Kuriositäten zum Thema ORGANISIERTER LÄRM.

Zusatzinformation

ISBN 13 978-3-87226-339-1
Autor Jürgen Zimmermann
Lieferzeit 2-3 Tage

Kundenmeinungen

Kundenmeinungen 6 item(s)

"Was für ein schönes Buch!" Florian Müller , am 26.08.2008
Was für ein schönes Buch! Endlich nicht mehr nur der Blick in die Ferne, zu exotischen Kulturen, die eine so viel reichere rhythmische Tradition haben, dass man sich oftmals unserer Kulturgeschichte und ihren rhythmischen Gepflogenheiten nur verschämt zu erwähnen traut.
Doch wie viel gibt es da zu entdecken! Es ist Jürgen Zimmermann zu verdanken, in diesem Buch die vielen Anlässe aufzudecken und wieder in Erinnerung zu bringen, bei denen auch in Mitteleuropa getrommelt, gestampft, geklappert – und auch gelärmt –wird. Es ist spannend und aufschlussreich zu lesen, welche Bedeutung die vielen Geräusche und „Lärm-Rituale“ bei uns hatten und noch haben. Das geht vom Polterabend über die Schützenvereine, bis hin zum Karneval, modernen Demonstrationen und Gewerkschaftsaufmärschen, bei denen Trillerpfeifen oder – musikalisch durchaus reizvoller – immer öfter auch Samba-Gruppen für die nötige akustische Aufmerksamkeit sorgen.
Doch Jürgen Zimmermann belässt es in seinem 220-seitigen Buch nicht bei wissenschaftlichen Analysen. Ausgehend von den traditionellen Ritualen entwickelt und beschreibt er Möglichkeiten, auch in unserer heutigen Zeit das Musizieren mit Alltagsgegenständen zu erleben. Die Beispiele sind konkret beschrieben, sowohl was das Instrumentarium betrifft als auch die Notation. Vorkenntnisse schlagzeugtechnischer Art sind kaum nötig, um die Bei¬spiele verstehen und spielen zu können. Sie eignen sich gut auch für große Gruppen und Ensembles, machen Spaß – und auch Lust, weiter zu forschen und neue, eigene Klänge im jeweiligen Umfeld zu entdecken.
Abgerundet wird das Buch durch ein gutes Register, geordnet nach Instrumenten, Liedbeispielen, Spieltechniken/Rhythmen und nach Spielideen. So kann man gezielt nach passenden Stichworten suchen und geeignete Spielstücke oder Techniken finden.
(Rezension in: "ORFF-Schulwerk-Informationen" 6/2005)
"Fundgrube für Spielideen zum Musizieren mit Gegenständen aus dem täglichen Leben" Gerhard Sammer , am 26.08.2008
Das Charivari (frz.) ist der Ausgangspunkt für die vorliegende Publikation. So rätselhaft wie dieser vom lateinischen charivarium (= Durch¬einander, Krawall) abgeleitete Begriff erscheint das Buch beim ersten Lesen. Wer sich ein Praxishandbuch wie JUBA erwartet hatte, wird zunächst wohl etwas enttäuscht sein. Weder die inhaltliche Struktur des Bandes mit 222 Seiten, noch die Zielrichtung erscheinen klar verständlich. Die einzelnen Abschnitte sind mit folgenden Überschriften betitelt: Charivari - Der Lärmmythos, Folklore des Alltags, Vom lärmenden Protest zur krachenden Kunst, Von Tuten und Blasen eine Ahnung. Der Autor geht von der Forderung aus, dass ein .Rhythmus-Forscher von den Stärken seiner Heimat ausgehen sollte und stellt viele Bräuche und Gegebenheiten dar, die im Zusammenhang mit Lärm-Musik stehen. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Buch aber als Fundgrube für Spielideen zum Musizieren mit Gegenständen aus dem täglichen Leben: mit Waschbrettern, Plastikbechern, Mülltonnen und vielem anderen.
Aus unterrichtspraktischer Perspektive mag diese Rezension nicht gerade euphorisch ausfallen. Und doch erscheint es bemerkenswert, dass hier vielfältige und sorgfältig recherchierte Informationen zusammengefasst werden. Zudem beweist der Autor sprachlich und inhaltlich durchaus Kreativität und Humor und vor allem den bemerkenswerten Mut ein durch und durch unkonventionelles Produkt zu veröffentlichen.
(Rezension in: "mip-Journal" 13/2005)
"hochinteressant, witzig und verleitet zum Weiterlesen" Monika Krämer , am 26.08.2008
Ein verblüffendes Buch: Auf der Stelle wird aus einem normalen Haushalt oder Klassenzimmer ein Perkussionsensemble. Allein schon die Fotos sind hochinteressant und witzig und verleiten zum Weiterblättern und –lesen. Dabei ist diese Sammlung von Ideen, mit Alltagsgegenständen zu musizieren (kennen Sie ein Papiertüten-Ensemble?), alles andere als unsystematischer Radau. Ein umfangreiches Nachschlagewerk, das im Anhang neben einer Bibliografie mit fünf Registern glänzt, die die Suche nach Instrumenten (sogar Kirchenbänke, Wasserpfeifen oder Mörteltonnen), Liedern (geläufige Ohrwürmer, die mit den entdeckten Gerätschaften instrumentiert werden), Spieltechniken und Rhythmen, Spielideen und allgemeinen Begriffen erleichtert, sowie Textinfos über Hintergründe, Zusammenhänge, Techniken und Kompositionen runden das spannende Buch ab. Passend eine im Buch verwendete Zwischenüberschrift mit einem Zitat von Rumpel aus der Sesamstraße: „Bei Krach werd‘ ich wach!“
(Rezension in: "Jazz-Zeitung" Oktober 2005)
"Ein fundiertes Buch, das Traditionen wieder ins Bewußtsein rückt" Christiane Jasper , am 26.08.2008
Zimmermann bietet neben Beispielen für die Praxis einen lobenswerten Überblick über die Wurzeln, Bedeutungen und Ausprägungen von Freuden-, Spott- und Katzenmusiken (Charivari)...
Vorbildlich ausgeklügeltes Register, welches sowohl nach Instrumenten, Spielstücken und Liedern als auch nach Techniken, Rhythmen und Schlagwörtern gegliedert ist.
Alles in allem: Ein fundiertes Buch, um in Schule, Aus- und Weiterbildung Hintergründe der boomenden Materialpercussion zu verstehen, zu hinterfragen, in einen Kontext zu setzen und Traditionen wieder ins Bewusstsein zu rücken.
(Rezension in: "Klassemusik" 2/2006)
"viel Stoff und Ideen für die Arbeit an allgemeinbildenden Schulen, Musikschulen und in Laiengruppen" Axel Fries , am 26.08.2008
Charivari ist ein praktisches Lehrbuch für das Musizieren auf Alltagsgegenständen mit umfassenden musikethnologischen Anteilen. Hier erfährt man, dass dieses Musizieren auf zweckentfremdeten Alltagsgegenständen keinesfalls eine Erfindung von Klangforschern und Percussionisten der Neuen Musik oder von "Stomp" ist. Vielmehr lässt sich dieses Idiom auf jahrhundertealte Traditionen zurückführen. Mehr oder weniger chaotische Lärmrituale, aber auch strukturierte Musik gespielt auf Waffen, Haushaltsgegenständen, Werkzeugen etc. lässt sich in allen Erdteilen in Vergangenheit und Gegenwart nachweisen und finden. Da solcherlei Brauchtum und Tradition vornehmlich in ländlichen, abgeschiedenen Regionen überlebt hat und heute noch praktiziert wird, hat Zimmermann für sein Buch den Untertitel "Trommeln aus der Provinz" gewählt. Solche auch als "Katzenmusik" oder französisch "Charivari" bezeichnete Musikformen existieren auch in Deutschland. Folglich weist der Autor gemäß dem Motto "Warum in die Ferne schweifen..." darauf hin, dass es sich durchaus lohnt, sich auf heimisches Brauchtum zu besinnen. Die Suche nach neuen Eindrucken und Inspirationen muss nicht zwangsläufig in die entferntesten Erdteile führen. Diesen musikethnologischen Aspekten ist das erste Kapitel gewidmet.
Im zweiten Teil werden zahlreiche Percussionsinstrumente - geordnet nach Stampf-, Schüttel-, Schlag-, Gegenschlag-, Friktion-, und Zungenidiofonen - vorgestellt. Ein "elementares Rhythmuslexikon" beschreibt eine kleine Auswahl von archetypischen Grooves, die im Bereich Schule, Laienmusik und Anfängerensemble realisierbar sind. Des Weiteren finden sich hier Begleitpatterns und Rhythmusspiele.
Im dritten Kapitel geht es um Spieltechniken und einfache Kompositionsprinzipien. Der vierte Teil ist der menschlichen Stimme, Blas- und Saiteninstrumenten gewidmet. Im Anhang befinden sich das Quellenverzeichnis und mehrere unter verschiedenen Gesichtspunkten zusammengestellte Stichwortverzeichnisse. Musikpädagoglnnen bietet dieses mit zahlreichen Bildern anschaulich gestaltete Buch viel Stoff und Ideen für die Arbeit an allgemeinbildenden Schulen, Musikschulen und in Laiengruppen. Es vermittelt viel Hintergrundwissen und zeigt, wie ohne großes Budget ein Instrumentarium zusammengestellt werden kann.
(Rezension in: "Üben & Musizieren", Januar 2006)
"eine Fülle von Spielideen" Andreas Mohr , am 26.08.2008
...schier unerschöpfliche Fülle an Möglichkeiten: Lärmumzüge, Schrammel-, Kneipen- und Straßenmusik, körpereigene Schlagwerkzeuge und Instrumente aus Alltagsgegenständen (IKEA-Eimer) werden in vier großen Abschnitten erläutert und nach allen Regeln der Kunst eingesetzt. Das Buch informiert über die Verwendbarkeit von Blechdosen, Bürsten, Flaschen, Geschirr, Heizkörper, Staubsauger, Waschzuber und Zeitungen, hält Liedbeispiele verschiedenster Art bereit („El Cóndor pasa – mit Plastiktütenakkordeon“ oder „Oh Susanna – mit Papiertütengitarre“), macht mit verschiedensten Spieltechniken bekannt und wartet mit einer Fülle von Spielideen auf.

Zu allem Überfluss macht es auch noch Spaß, das Buch einfach nur zu lesen, denn der Autor streut unerwartet allerlei Geschichten und Anekdoten rund um das Musizieren mit Alltagsgegenständen ein.
(in: "kinderstimmbildung.de" XII/2006)

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