Missa Kwela

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Missa brevis et solemnis

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Großer Effekt mit schlichter Besetzung Eva-Maria Kösters , am 13.08.2018
Missa Kwela ist ein zugängliches, knapp halbstündiges geistliches Werk für Kinderchor, Erwachsenenchor sowie Instrumentalisten, komponiert von dem erfahrenen Schulmusiker und Komponisten Andreas Schmittberger. Das frisch-afrikanisch anmutende Layout macht neugierig auf den Inhalt und die Musik dieser Ausgabe. Auch der Blick in die Partitur ist übersichtlich und sehr funktional eingerichtet. Neben den Gesangsstimmen sind Klavier- und Instrumentalstimme sowie Akkorde notiert. Klare musikalische Angaben und Textverteilungen bringen die Seiten schon beim Lesen zum Klingen.
Für einen richtigen Höreindruck muss man sich jedoch die CD der Uraufführung beschaffen oder auf die Website von Fidula gehen, wo man in einzelne Teile hineinhören kann. Dies empfiehlt sich auch, klingt die Missa Kwela doch wie Schmittbergers Afrika-Musical (durch welches sie auch inspiriert ist) und weniger wie eine klassische Messevertonung der geistlichen Musik. Spannend ist die Idee eines generationenverbindenden Projekts, in dem jung und alt gemeinsam musizieren. Mehr noch, der Kinderchor ist in der Missa Kwela stimmführend, indem er meist ein stimmig die Melodien singt, die der Erwachsenenchor aufgreift, kommentiert und moduliert.Je nach Voraussetzungen kann der Kinderchor auch durch Zweistimmigkeit herausgefordert und der Erwachsenenchor von SATB auf Sopran, Alt und Männerstimmen reduziert werden.

Dass der Autor aus der Praxis für die Praxis schreibt, wird auch anhand hilfreicher Tipps zur Aufführungspraxis deutlich. Diese enthalten Erklärungen der Begriffe, Erläuterungen zur Einstudierung und musikalischer Reduktion sowie ganz konkrete Hinweise zur Besetzung dieses Werks. So ist die Messe ergänzend zu den Chören sowohl mit Klavier und Perkussion als auch mit einem ganzen Sinfonieorchester aufführbar. Interessant sind zudem Randbemerkungen wie beispielsweise die Empfehlung an SängerInnen und InstrumentalistInnen, sich mit dem Messetext auseinanderzusetzen. Nur so sei eine gemeinsame Erarbeitung homogener Phrasierung, Rhythmisierung und Emotionalität der Passagen möglich.

Inwiefern die Messe afrikanischmusikalische Klischees bedient, ist der Ausgabe nicht zu entnehmen. Der Autor schreibt: „Stilistisch verbindet die ,Missa Kwela‘ Elemente afrikanischer und südamerikanischer Rhythmen mit europäischer Musiktradition. Gregorianik und Polyphonie stehen gleichberechtigt neben einfachen liedhaften Melodien und zündenden Trommelrhythmen.“ Ein ambitioniertes Vorhaben, das in dieser Form nicht ganz überzeugt und durch den Stilmix eher beliebig wird. Dennoch regt die Messe zu generationsübergreifender Auseinandersetzung mit und durch Musik an. Die Missa Kwela ermöglicht mit schlichter Besetzung einen großen Effekt, wenn die Ensembles rhythmusfest sind.
(Rezension in "üben & musizieren" 4-2018)

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