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Tuishi pamoja (Musical)

Kundenmeinung (erstellt am 3. Juni 2016):
Afrika. Unendliche Weiten.
Seit Generationen leben Zebras und Giraffen - streng voneinander getrennt - in ihren Herden. Vorurteile und Klischees scheinen eine Annäherung unmöglich zu machen. Tiere mit Streifen sind blöd!, sagen die Giraffen. Punkte tun den Augen weh; Streifen sind das Allerbeste!, meinen die Zebras. Und so bleibt alles beim Alten.
Giraffenjunge Raffi und das Zebramädchen Zea jedoch halten die Feindseligkeiten nicht länger aus. Neugierig und behutsam nähern sich sich einander an. Bestärkt durch die quirligen Erdmännchen Tatu, Moja und Mbili werden sie Freunde und erkennen, dass man den schlimmsten Bedrohungen ( in diesem Fall den Löwen ) entgegentreten kann, wenn man nur zusammenhält. Am Schluss vereinen beide gemeinsam Zebras und Giraffen und alle beschließen: „Tuishi Pamoja" - Wir wollen gemeinsam leben!

In einer Zeit in der Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile wieder beängstigende Ausmaße annehmen, haben es Sandra Engelhardt und Martin Schulte fertiggebracht, mit ihrem Kindermusical auf unterhaltsame, witzige Weise - und ganz ohne erhobenen Zeigefinger - die Themen Freundschaft, Toleranz und Abbau von Vorurteilen, Kindern näherzubringen.
„He, ich kenn dich nicht.
Du bist anders als ich.
Doch was daran so schlimm sein soll,
ja, das versteh ich nicht.
Ich erzähl dir von mir.
... Dann entsteht vielleicht eine neue Freundschaft hier!
Ganz egal, wie bunt du bist,
ganz egal, was Mode ist,
sei dabei und feier mit!"
heißt es im Finallied „Wir sind Freunde".

Andersartigkeit zu akzeptieren und zu tolerieren. Verschiedenartigkeit nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung und Chance zu sehen und die Überzeugung, das man nur gemeinsam neue Wege beschreiten und Herausforderungen bewältigen kann. Diese Kernaussagen machen das Werk für 6-12 jährige und auch Erwachsene so aktuell und gesellschaftlich relevant.
Die bewusst einfach gehaltenen, humorvollen Texte von Sandra Engelhardt gehen eine gelungene Verbindung mit den abwechslungsreichen, mal melancholischen, dann wieder rhythmisch-folkloristischen Melodien Martin Schultes ein.
Schultes Arangements nehmen sowohl Anleihen bei Hans Zimmers Filmmusik zum „Lion King", als auch von Paul Simons „Graceland". Nie jedoch versucht er, deren Werke zu imitieren, vielmehr erschafft er aus mannigfaltigen Eindrücken ein eigenes, unverwechselbares Werk, das sowohl Verspieltheit, als auch Mut zur orchesterhaften Ernsthaftigkeit und Klangfülle aufweist.
Ganz in der Tradition von populären „Kinderkomponisten", wie Rolf Zuckowski und Volker Rosin, kreirten beide Künstler ein Musical, das mit seiner afrikanisch-groovigen Musik Herz und Bauch anspricht.
Kinder werden begeistert die Geschichte von Zea und Raffi mitverfolgen und sich mit deren Hauptfiguren identifizieren.
Mit einer Aufführungszeit von ca. 45 Minuten ist dies - auch pädagogisch und didaktisch bemerkenswert gut gestaltete - Theaterstück der Konzentrationsfähigkeit kleinerer Zuschauer perfekt angepasst.
Bleibt zu hoffen, das „Tuishi Pamoja" - und damit auch seine fröhlich-humane Botschaft - den Weg auf möglichst viele (Schul-)Bühnen findet.