Details zur Kundenmeinung

JUBA (Buch)

Kundenmeinung (erstellt am 26. August 2008):
Der u.a. am Salzburger Orff-Institut ausgebildete Trommler und Musikpädagoge Jürgen Zimmermann hat mit „Juba“ die mit Sicherheit umfangreichste Publikation zum Thema Körperpercussion vorgelegt, also die Erzeugung von Rhythmen mit dem menschlichen Körper als Percussioninstrument. Die Füße mit verschiedenen Schritten und Stampfern, die Hände mit Klatschen, Patschen, Paschen, Wischen und Schnipsen und sogar Zungenschnalzen werden in unendlicher Vielfalt kombiniert, von der Fußbegleitung amerikanischer Straßenmusiker in den sog. Busker-Rhythmen über die Palmas des Flamenco bis hin zu interaktiven Spielen, die schon fast Musiktheater sind und wie Choreografien wirken. Das gleichnamige Video (mit der gleichen Gliederung wie das Buch) ist als Demonstration der zahlreichen Techniken gedacht, um die Umsetzung der zahlreichen Beispiele ( in konventioneller europäischer Notation mit verschiedenen Buchstaben und Notenköpfen für die einzelnen Techniken) zu erleichtern; wollte man mit dem Video allein arbeiten, hätte man einiges an Transkriptionsarbeit vor sich, da empfiehlt sich doch die Notation im Buch.
Nach den ersten Übungen nimmt die Komplexität bei der gleichzeitigen Arbeit mit Händen und Füßen schnell zu, die von Zimmermann mit einer Schülergruppe vorgeführten Spiele im „Kanon“ haben Beifall verdient. Das Video kommt im übrigen erfrischend unprätentiös daher, hier soll keine übermenschliche Perfektion dargeboten werden. Musikpädagogen können hier zahlreiche Anregungen zur Arbeit in Gruppen (gerade auch mit Kindern und Jugendlichen!), Percussionisten und Tänzer Ideen für das Einbeziehen des Körpers als Instrument bekommen. Die Anwendungsmöglichkeiten für die vielen Übungen im großzügig illustrierten Buch sind sicher noch lange nicht ausgeschöpft. Im Grunde genial: hat man kein Instrument dabei, schlägt man auf den Körper, und zwar mit einer Klangpalette wie Schlagzeuger und Percussionisten! Sehr zu empfehlen!
(Rezension in: „percussion creativ newsletter“ 9/2001)