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Das geheime Leben der Piraten (Musical)

Kundenmeinung (erstellt am 9. Juni 2016):
Wahrscheinlich funktioniert das Stück auch so gut, weil es mit Andreas Schmittberger ein Lehrer geschrieben hat, der selbst mal ein musikbegeisterter Schüler war und der folglich in der Lage ist, den Geschmack der Kinder von heute zu treffen. In der Handlung dümpeln Käpt’n Danton und seine Piraten in lauen Gewässern. Nichts zu tun, kein Schiff zu kapern, keine Beute zu machen. Vor Langeweile droht schon Meuterei – aber was ist das? Eine Flaschenpost! Schnell eingeholt und reingeschaut. Eine Schatzkarte!
Also macht sich die Crew der "Esmeralda", begleitet von ihren Gefangenen, Prinzessin Filomena und ihrer Gouvernante Donna Dolores, auf die Suche nach der geheimnisvollen Schatzinsel.
Es erwarten sie schreckliche Gefahren und einige Überraschungen. Dabei stellt sich heraus, dass die Piraten alle gar nicht so perfekte Helden sind. Der Käpt’n hat Angst vor der Dunkelheit, und der Erzähler tanzt gerne, was für einen echten Piraten (aus heutiger Sicht) natürlich selbst eher peinlich ist. Trotzdem finden die Männer am Ende nach einigen Wirrungen die Schatztruhe. Doch darin ist kein Geld, sondern in Zeiten von "DSDS" und "Supertalent" ein schmieriger Musikmanager. Der will die Piraten sofort unter Vertrag nehmen. Zu den "fairen" Bedingungen: "90 Prozent für mich, zehn Prozent für euch". Dann taucht noch ein Bruder von "Schnappi, dem kleinen Krokodil" auf, und kann vom großen Fressen abgehalten und zum Mitmachen bewegt werden.
Ein irgendwie verrücktes Ende der Story, doch sie passt in unsere schriller gewordene Medienwelt, die gerade im privaten Fernseh- und Musikbereich keine Grenzen mehr zu kennen scheint. Ein kleines Stück versteckte Gesellschaftskritik von Schmittberger also, der aus einer Zeit stammt, in der Schüler keine Handys zum Voten für ihre Castingshow-Favoriten besaßen.
(Besprechung vom 28.5.11)