Johannes Holzmeister
Gründer des Fidula-Verlages (geb. 02.10.1923 in Solingen; gest. 16.06.2002 in Salzburg)
Fidula ist der lateinische Name für die Fidel, einer Verwandten der Violine, die leicht zu bauen und leicht zu spielen ist. Mit der Wahl dieses Namens verband und verbindet sich ein Programm.
Johannes Holzmeister gründete den Verlag 1948 in Stuttgart-Sillenbuch, wenige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges. Damals herrschte in Deutschland neben dem körperlichen ein geistiger Hunger, auch nach neuen Liedern. Diese erschienen – oft mit viel Humor – zur Gründungszeit des Verlages. Es ging um Lebensfreude (oft aus christlicher Sicht – im Gegensatz zu den „völkischen Ideen“ des Nationalsozialismus) und um europäische Völkerverständigung. Johannes Holzmeister sammelte einen Kreis von Autoren um sich, animierte sie zu Neukompositionen und versah diese mit seinen eigenen Illustrationen und einem handgeschriebenen Notenbild. Seine Lebensfreude, Musikalität und Gläubigkeit spiegelten sich im verlegerischen Programm des Fidula-Verlages und prägten es noch weit über die ersten Tage hinaus.
Als geselliger sowie sing- und tanzfreudiger Verleger, der gerne direkten Kontakt mit seinen Autoren und Kunden hatte und zu denen er oft freundschaftliche Verbindungen pflegte, lag es nahe, sich mindestens einmal jährlich in schöner Umgebung zu treffen. Aus diesem Gefühl heraus initiierte Johannes Holzmeister 1952 die 1. Fidula-Tagung in Ochsenhausen. Bis heute ist die Tagung – im Juli oder August – ein festes Angebot an Lehrer, Erzieher und Dozenten.
Mit dem Umzug nach Boppard-Buchenau zum 1. Oktober 1958 begann für den Verlag eine neue Ära. Der gewachsene Wohlstand hatte auch dazu geführt, dass in vielen Schulen, Vereinen und Gruppen Plattenspieler die Arbeit unterstützten. So erschien 1961 die erste Schallplatte und bis heute hat der „Tonträgerbereich“ mit weit über 100 CDs einen festen Platz im Verlagsprogramm.
Nach mehr als 40 Jahren verabschiedete sich der Gründer des Verlages 1991 ganz aus der Geschäftsführung des Verlages und verblieb auf seinem Sitz in Salzburg, wohin er bereits 1977 mit seiner Frau Lieselotte übersiedelt war. Er verstarb dort 2002.
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