Unser gemeinsames Miteinander – umdenken und neudenken
Wir leben in Zeiten großer Veränderungen, die immer schneller auf unterschiedlichen Ebenen uns alle belangen und deren Auswirkungen auch bis in die Kindergärten und Schulen stetig präsenter vordringen.
Krieg, Hunger und Leid bedingen Flüchtlingsströme aus allen Teilen der Welt. Immer stärker werdende Klimaveränderungen zwingen uns zur Neuorientierung im Hinblick auf die Natur und Umwelt. Der Fachkräftemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt lässt uns das bestehende Bildungssystem hinterfragen. Gleichzeitig werden durch die Künstliche Intelligenz und der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung neben dem beruflichen auch unser privater Alltag neu bestimmt.
Wirtschaftlich, gesellschaftlich, politisch und klimatisch werden wir somit zu einem Umdenken und Neudenken unseres gemeinsamen Miteinanders angehalten.
Inklusion an Schulen: Politisches Kalkül oder gesellschaftliche Chance?
Kein Wunder, dass seit Jahren über die Inklusion an unseren Schulen heiß diskutiert wird. Wenige andere Themen wurden seitens der Elternschaft und der Pädagogen so stark polarisiert. Die Frage stellt sich, ob es sich bei der Forderung nach einem inklusiven Unterricht lediglich um politisches Kalkül zur Kosteneinsparung handelt oder ob wir es eher als Chance für unser gesellschaftliches Miteinander betrachten dürfen. Die Ansprüche kreativ und differenziert umzusetzen, bleibt dabei allerdings an den Eltern und vor allem an den Lehrern hängen.
Wie du deinen Musikunterricht inklusiv und differenziert gestalten kannst …
Ob für dich als Musikpädagoge oder als fachfremde Lehrkraft: Einen inklusiven Unterricht auf die Beine zu stellen, in dem alle Kinder ihre musikalischen Fähigkeiten und Interessen entwickeln, ist anspruchsvoll und doch wunderbar zugleich.
Manchmal bedarf es dafür keiner großen Konzepte, die bis ins kleinste Detail austariert wurden. Manchmal reicht es aus, einfach achtsam aufeinander zuzugehen und jeden auf natürliche Weise zu respektieren und dort abzuholen, wo er oder sie gerade steht.
9 schnelle Tipps
für deinen inklusiven und differenzierten Musikunterricht
Tipp 1: Biete eine Vielzahl von Musikinstrumenten und -stilen an, um den unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen deiner Schüler gerecht zu werden.
Du legst besonderen Wert auf den Einsatz verschiedener Instrumente? Dann empfehlen wir dir die Bücher von Eckart Vogel. Mit den Tutorials und Hilfen für fachfremd Unterrichtende sowie speziellen Tipps und Anregungen für erfahrene Musiklehrkräfte bieten dir die Unterlagen ein ideales Werk zum Klassenmusizieren.
Das Musizieren in den Schulklassen 1 – 10 auf diatonischen Stabspielen mit einer Rhythmusgruppe und mit Musik in verschiedensten Stilrichtungen, Taktarten, Tempi und Tonarten für den Einsatz in der elementaren Musikpädagogik bis hin zu Konzerten mit anspruchsvollen Arrangements ist dir und deinen Schülern hiermit möglich.
Dabei ist die unterschiedliche Musikalität deiner Schüler kein Hindernis, da es sowohl Playbacks gibt, zu denen einfache Tutti-Melodien gespielt werden können, als auch „Spezialaufgaben für Überflieger“.
Dir ist stilistische Vielfalt in deinem Musikunterricht wichtig? In den Kinderliedern von Uli Führe wie auch in den Musicals von Andreas Schmittberger erwartet dich ein wahres Potpourri an Musik-Genres, das von Rock, Pop, Jazz, Klassik bis hin zu Hip-Hop reicht und innerhalb einzelner Stilrichtungen vielfältige instrumentale Klangfarben, Rhythmen und Melodien anbietet.
Das Angebot der stilistischen Vielfalt ist ein wichtiges Merkmal in kreativen Bereichen, wie beispielsweise der Musik, da sie Innovation, Individualität und künstlerische Freiheit fördert. Diese breite Auswahl an künstlerischen Erfahrungen und Ausdrucksformen anzubieten, unterstützt deine Schüler im Erforschen der eigenen Persönlichkeit und kreativen Vision.
Mehr dazu unter: Das Musical-Projekt für Kinder: Eine Idee für die Praxis!
Tipp 2: Verwende visuelle und auditive Hilfsmittel, um deine Schüler zu unterstützen, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, Noten zu lesen oder musikalische Zusammenhänge zu verstehen.
Tipp 3: Ermögliche deinen Schülern ihre individuellen Talente und Fähigkeiten zu präsentieren, indem du sie in Gruppen- oder Solovorführungen einbeziehst.
Tipp 4: Schaffe eine Umgebung, die allen Schülern Zugang zu deinem Unterricht ermöglicht. Beispielsweise durch barrierefreie Zugänge zu Musikräumen und Bühnen, Instrumente, die auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen gespielt werden können, und die Einbeziehung von Gebärdensprache oder Gebärdenunterstützender Kommunikation (GuK).
Tipp 5: Versichere dich, dass dein Unterricht für Schüler mit besonderen Bedürfnissen angepasst wird, beispielsweise durch die Verwendung spezieller Instrumente, größerer Noten oder durch die Anpassung der Unterrichtsmaterialien.
Tipp 6: Stimme die Umgebung auf die Bedürfnisse deiner Schüler ab. Beispielsweise durch ausreichend Pausen oder Entspannungsübungen, um Stress abzubauen.
Tipp 7: Unterstütze die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Schülern, um die sozialen Fähigkeiten zu fördern und das Verständnis füreinander zu stärken.
Tipp 8: Ermutige deine Schüler, sich gegenseitig zu unterstützen und zu respektieren, indem du eine positive Atmosphäre in deinem Unterricht kreierst.
Dabei beginnt die Stimmungslage bei dir. Als Vorbild bist du maßgebend an einem harmonischen Klassenklima beteiligt. Reflektiere dich deshalb immer wieder selbst und gehe mit guten Gefühlen und einem Lächeln in den Schulalltag.
Eine konfliktfreie Kommunikation unterstützt das gegenseitige Miteinander auf unterbewusste Weise. Analysiere für dich, wie und wann du „müssen“ und „sollen“ gegen „dürfen“ und „können“ eintauschen kannst.
Für eine positive Unterrichtsatmosphäre ist es außerdem förderlich, wenn du dich gemeinsam mit deinen Schülern hin zu einer positiven „Fehlerkultur“ bewegst. Hier wird das „Fehlermachen“ nicht geschmäht und bewertet, sondern als Auftakt für neue Wege und Ansporn für Optimierungen verstanden. Klare Regeln sorgen dabei für einen respektvollen, wertschätzenden Umgang und die Kooperationsfähigkeit jedes Einzelnen.
Tipp 9: Verwende Inhalte, die eine Brücke zu anderen Kulturen und Menschen schlagen. Auf diese Weise kann unter den Schülern eine positive Spirale des Verständnisses, der Neugierde und der Freundschaft in Gang gesetzt werden.
Als Unterlagen für deinen inklusiven Musikunterricht beziehungsweise für euer nächstes Musical-Projekt eigenen sich beispielsweise die Werke „Zafira“ und „Erzähl mir von Afrika“ hervorragend.
Du möchtest weg von Polarisierungen und hin zum einfachen Tun?
Dann biete mit deinem Musikunterricht den idealen Raum, um alle Schüler mit einzubeziehen. Gerade durch die Musik und das kreative Schaffen eröffnet sich dir hier eine große Chance.
Das Musical-Projekt für Kinder: Eine Idee für die Praxis!
Gestalte deinen Musikunterricht anhand eines Musicals abwechslungsreich und differenziert im inklusiven Kontext. Übertrage deinen Schülern unterschiedlich anspruchsvolle Aufgaben – je nach Interesse, Leistungsstand, Talent und Herkunft. Gemeinsames Singen und Musizieren bis hin zur Umsetzung eines bühnenfähigen Musicals jedes einzelne Kind und das soziale Miteinander.
Dabei lässt sich für jeden Schüler das passende Projekt finden. Ob auf der Bühne oder dahinter. Jedes der praxiserprobten Musicals im Fidula-Verlag bietet dir eine große Bandbreite von kleineren Rollen, die nichts sprechen und/oder lediglich im Chor singen, bis hin zu anspruchsvollen Rollen mit viel Text und/oder langem Solo-Gesangspart. Genauso bieten die Figuren auf der Bühne viele Möglichkeiten zur Differenzierung. Denn in jedem Stück finden sich immer ganz unterschiedliche Typen und Charaktere – wie auch im echten Leben.
Und wer so gar nicht im Rampenlicht unterwegs sein möchte, dem ermöglichen sich hinter den Kulissen vom Bühnenbild und Requisitenbau über Ton- und Lichttechnik bis hin zum Gestalten von Werbetexten und Akquirieren von Anzeigen jede Menge Aufgaben.
Ideales Material für deinen inklusiven und differenzierten Musikunterricht
Eine erste Auswahl an idealem Unterrichtsmaterial für deine nächsten Musikstunden findest du hier:
Spring ins Spiel
von Manuela Widmer
für Kinder von 6 – 10 Jahren
„Spring ins Spiel“ ist dein pädagogisches Basiswerk, das dir einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung einer Musiktheateraufführung mit Kindern gewährt. Im Elementaren Musiktheater wird Musik, Tanz und Sprache miteinander verbunden. Dabei stehen die Freude am Spiel, das eigene Gestalten und der künstlerische Ausdruck im Mittelpunkt. Jedes Kind darf hier seine Ideen und Fähigkeiten mit einbringen.
Die Teetanne
Von Susanne Steffe und Antje Mallwitz
Lieder, Spiele und Geschichten zur Sprachförderung für Kinder bis 6 Jahre
Die 17 größtenteils neu komponierten Lieder fordern zum Mitsingen und Mitspielen auf. Mit Reimen, Geschichten und Spielen eignet sich dieses Werk ideal für Familien, Krippen, Spielkreise, Kindergärten und Vorschulen.
Das Buch ist so konzipiert, dass es dich dabei unterstützt, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung ganzheitlich und individuell zu fördern.
Dabei kann die phonologische Bewusstheit für die inklusive Bildung eine wichtige Rolle spielen, indem sie es den Heranwachsenden ermöglicht, die Lautstruktur der Sprache besser zu verstehen und zu nutzen. Eine Fähigkeit, die beim späteren Lese- und Schreiberwerb essenziell wichtig ist.
Unterlagen zur Förderung eines inklusiven Musikunterrichts in Hinblick auf die Integration von Mitschülern mit Migrationshintergrund findest du hier:
- Kreistänze – einfach und schön von Michael Hepp
- Tänze aus Israel – Originalaufnahmen inklusive Tanzbeschreibungen von Michael Hepp
- „Jambo Afrika“ – Ein Buch mit Liedern, Tänzen und Spielen aus Afrika von Christoph Studer und Benjamin Mgonzwa
- „Erzähl mir von Afrika“ – Trommelgeschichten, Lieder und Tänze für Kinder von Christoph Studer und Markus Hoffmeister
- „Bum bum tak“ – Trommeln mit Kindern von Yela Brodesser und Daniel Giordani
- „Mit fünf Tönen um die Welt“ von Ulrike Meyerholz
musikpraxis
Eine wertvolle Quelle an pädagogisch vielfältigem Material findest du in unserer Fidula-Zeitschrift „musikpraxis“. Die unterschiedlichen Themen der jeweiligen Ausgaben kannst du immer an die Möglichkeiten deiner Gruppe und einzelner Kinder anpassen.
Im Wesentlichen geht es darum, dass du die bestmöglichen Wege findest, um deine Schüler zu unterstützen. Lies dir hierzu gerne auch folgende Artikel durch:
Du hast noch Fragen? Wir sind gerne für dich da. Deine Fidulas