Missa Vivaldi (alle Produkte)
Missa brevis zu „Die vier Jahreszeiten“ für SATB und Klavier
Die „Missa Vivaldi“ entstand als komplette Missa brevis – also eine „kurze Messe“ z. B. für den Gebrauch im Gottesdienst – nach Motiven aus Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“ („Die vier Jahreszeiten“).
16,90 € – 40,00 €
Die „Missa Vivaldi“ entstand als komplette Missa brevis – also eine „kurze Messe“ z. B. für den Gebrauch im Gottesdienst – nach Motiven aus Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“ („Die vier Jahreszeiten“).
Ob Vivaldi vielleicht selbst mit dem Gedanken gespielt hatte, seinen berühmten Jahreszeiten-Zyklus im geistlichen Kontext zu verwenden, werden wir wohl nie erfahren. Dennoch passen Linienführung und Charakter seiner Melodien oft ausgesprochen gut zum lateinischen Messetext: So wird das Jubilieren im ersten Satz des „Frühlings“ zum „Gloria“, der langsame Satz des „Sommers“ zur eindringlichen Friedensbitte im „Agnus Dei“, und im dritten Satz des „Frühlings“ ist die heitere Sicherheit und Geborgenheit des „Credo“ herauszuhören.
Sechs zentrale musikalische Themen finden so ihren Weg in diese Messkomposition und lassen gemischte Chöre und ihr Publikum Vivaldis wunderbare Musik im Vokalklang erleben – ob im Schulkonzert, Gottesdienst oder beim Vereinsauftritt. Satz und Klavierbegleitung sind bewusst einfach gehalten, um es neben den kirchlichen auch den Laienchören zu ermöglichen, ihr Repertoire im geistlichen Bereich zu erweitern.
Die Einzelstimmen (Downloads) dürfen Sie für Ihren Chor (unabhängig von der Größe des Ensembles) ausdrucken und an Proben und Aufführungen verwenden. Die Dateien enthalten die entsprechende Einzelstimme der kompletten Messe, also aller sechs Sätze.
Zum Chorheft sind Staffelpreise bei größeren Bestellmengen verfügbar: Geben Sie einfach die benötigte Anzahl ein; die reduzierte Kaufsumme wird Ihnen im Warenkorb angezeigt.
Aufführungsdauer: ca. 10 Minuten
Hörbeispiele ohne gesungenen Text:
Plakat:
Thomas Holland-Moritz –
Wie der Titel bereits andeutet, geht es bei dieser Veröffentlichung um eine Art Parodieverfahren zum Generieren einer liturgisch oder konzertant einzusetzenden Messe-Komposition. Instrumentalstücke mit Texten zu unterlegen oder geistliche in weltliche Textierungen umzugestalten, ist auch historisch gesehen („Kontrafaktur“) eine häufige Praxis. Insofern ist es sicherlich legitim, ein so bekanntes Werk wie die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi einem derartigen Prozess zu unterziehen.
So ist eine Missa brevis entstanden, die sich aus unterschiedlichen Sätzen der vier Konzerte ihre musikalische Inspiration holt. Aus der praktischen Arbeit und der daraus geschöpften Erfahrung mit einer „Benedictus“-Unterlegung des langsamen Satzes des Winterkonzerts hat Alois Leenders nach eigener Aussage die Motivation bezogen, weiter in diese Richtung zu gehen und eine zyklische Komposition in Angriff zu nehmen. Spekulativ erwähnt der Autor im Vorwort auch die nicht unwahrscheinliche Möglichkeit, dass Vivaldi selbst eine derartige Idee hätte verfolgen können, da dies gängige Praxis in der Renaissance- und Barockmusik war.
Natürlich kann sich eine solche Komposition – vielleicht ist der Begriff Arrangement hier eher am Platze – nur dem melodischen und thematischen Kern des Originals zuwenden und muss den Part der Solovioline außer Acht lassen. Die Faktur des vierstimmigen Chorsatzes arbeitet daher auch an zahlreichen Stellen mit der Möglichkeit des Stimmtauschs, um so den „cantus firmus“ sinnvoll wandern zu lassen, was den Chorsatz auflockert und für die einzelnen Stimmen interessanter macht.
Bei einer Musik, die ja wesentlich noch der barocken Affektenlehre unterliegt, ist es sicherlich subjektiv, welcher Affekt des Originals der jeweils geistlichen Aussage des traditionellen Messetextes am ehesten entsprechen könnte. Da mag man gelegentlich anderer Auffassung als der Komponist sein und vielleicht auch die Textkürzungen, die aufgrund des Arrangements verständlich sind, nicht unbedingt teilen. Durch die zum Teil unterschiedliche Textunterlegung in den einzelnen Stimmen wurde allerdings ein akzeptabler Kompromiss gefunden. So singen etwa im Gloria-Satz die Männerstimmen den Text „Gloria in excelsis Deo“, die Frauenstimmen bereits den liturgisch erst später folgenden Text „tu solus Dominus“. Auch dies eine vielfach anzutreffende Praxis bereits in der Musik des späten Mittelalters.
Der Klaviersatz ist sicherlich obligat, um die „Generalbassfunktion“ zu übernehmen, aber so einfach gehalten, dass er auch für weniger Geübte gut realisierbar ist. Mit dem Schwung und der Energie der Vivaldi’schen Komposition im Hintergrund wird das Stück seine Wirkung nicht verfehlen und dem Chor schon bei der Einstudierung viel Freude machen. (Rezension in „üben & musizieren“ 6/2024 , Seite 63)